| Die Sage |
`s LurewiebliDer alte Weg zu Neuhäuserhof führte einst sehr steil hinauf auf die Anhöhe. Es wird erzählt, dass dort in alten Zeiten das „Lurewiebli“ hauste. Eines Abends ging der Knecht vom Neuhäuserhof zwischen zwölf und ein Uhr nach Hause. Die Leute im Wirtshaus hatten ihm zwar geraten zu solch später Stunde nicht alleine noch den langen Weg durch den dunklen Wald zum Neuhäuserhof zu gehen. Er aber, besonders mutig, schlug allen gut gemeinten Ratschläge aus und machte sich auf den Weg. Als der Knecht nun am „Lurendobel“ vorbei ging, neckte er das Lurewiebli und rief laut: „Lurewiebli, kumm und hock uff mi!“ Kaum war sein lauter Ruf im dunklen Wald verklungen, fühlte er plötzlich eine Last auf seinen Schultern, die mit jedem Schritt schwerer wurde und ihn beinahe zu Boden zu drücken drohte. Der Knecht wollte der Belästigung ein Ende machen und das Lurewiebli abschütteln, jedoch alle Bemühungen waren vergebens. Von der Angst im Nacken getrieben, mühte sich der Knecht den steilen Hang hinauf. Gegen Morgen erreichte er schließlich in Schweiß gebadet und entkräftet die Anhöhe des Neuhäuserhofs, und erst jetzt wich die Last von seinem Rücken. Nie wieder ging der Knecht in der Dunkelheit den Weg zum Neuhäuserhof. |